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Nordhessisches Know-How im Land der aufgehenden Sonne

Die SEEGER ENGINEERING AG unterstützt die Energiewende nach Fukushima

Im November/Dezember 2013 wurde die SEEGER ENGINEERING AG beauftragt zusammen mit einer Delegation japanischer Ingenieure des Fujitsu Research Institute eine 10-tägige Reise in Japan durchzuführen, um den derzeitigen Stand der energetischen Biomassenutzung kennen zu lernen. Aus diesen Erfahrungen sollten mögliche Potentiale der zukünftigen Biomassenutzung abgeleitet werden.

Auf Grund des Reaktorunglücks von Fukushima im Jahr 2011 ist die japanische Regierung bestrebt, die Energiewende, weg von der Atomenergie hin zu erneuerbaren Energien, voranzutreiben. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2012 ein Vergütungssystem für Strom aus erneuerbaren Energien eingeführt (FIT).

Generell weist Japan ein großes Potential an holzartiger Biomasse auf, da seit dem 2. Weltkrieg in vielen Teilen des Landes eine starke Aufforstung erfolgte und die Holzindustrie (Papier- und holzverarbeitende Industrie) dieses Potential aktuell bei weitem nicht ausschöpft. Es gilt nun dieses vorhandene, nachhaltig nutzbare Potential für die energetische Biomassenutzung verfügbar zu machen.

Die Nutzung dieser Potentiale ist zum derzeitigen Stand allerdings mit Problemen verbunden. Es existiert nur eine wenig strukturierte Forstwirtschaft, sodass die Erschließung und Verteilung verfügbarer Biomasse erschwert wird. Weiterhin mangelt es in Japan an der Verfügbarkeit von Technologien zur Verwertung von Resthölzern (Waldresthölzer und Sägewerksnebenprodukte wie Rinde etc.). Die bisher vorhandenen Biomasseanlagen können fast ausschließlich nur „weiße“ Hackschnitzel ohne Rindenanteil verwerten.

Japan

Die in Deutschland/Europa eingesetzten Technologien sind auf die Verbrennung von schlechteren Holzfraktionen ausgelegt und arbeiten schon seit Jahrzehnten mit diesen Brennstoffen. Die Einführung ausländischer Technologien wird in Japan allerdings erschwert, da diese mit hohen Zöllen belegt werden, sodass eine Anlage ohne Zuschüsse meist nicht wirtschaftlich arbeiten kann.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass die derzeit in dem Biomasse-Sektor fungierenden Beteiligten Unterstützung im Bereich der Grundlagenermittlung zur thermischen Verwertung von Biomassen benötigen. So ist es gängige Praxis, dass Anlagenhersteller für die Auslegung der Anlage zuständig sind und nicht wie in Europa üblich, beratende, neutrale Ingenieurbüros, wie z. B. die SEEGER ENGINEERING AG.

Hauptsächlich wurden während der Reise große Hotels mit angeschlossenen „Onsen“ (vergleichbar mit Thermalquellen) und Sägewerke besichtigt. Da in Japan als Energieträger fast ausschließlich Öl zur Wärmeerzeugung eingesetzt wird, haben die besichtigten Hotels teilweise mit einem erheblichen, über das Jahr fast konstanten Ölverbrauch zu kämpfen. Hier wäre durchaus der Einsatz kleiner dezentraler Heizwerke denkbar. Die Brennstoffversorgung kann zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung z. B. durch ansässige Sägewerke erfolgen, die aktuell ihre Reststoffe auf Grund der fehlenden Technologie nicht selbst nutzen können und entsorgen müssen. Somit könnten vorteilhafte Synergien zwischen der Sägewerksindustrie und der Hotelbranche geschaffen werden.

Potential zur Stromerzeugung aus holzartiger Biomasse ist ebenfalls vorhanden, allerdings auf Grund der fehlenden Strukturen in der Wärmeverteilung und den schwierigen Einfuhrbedingungen für Stromerzeugungs-anlagen derzeit nur schwer realisierbar. Das Fujitsu Research Institute geht aber davon aus, dass die Einfuhrbedingungen in den nächsten drei Jahren erheblich erleichtert werden, sodass dann auch der Weg für regenerativen Strom aus Biomasse geebnet sein wird.

Zusammenfassend sieht die SEEGER ENGINEERING AG ein gutes Potential für die energetische Biomassenutzung in Japan, sowohl für Heizzwecke, als auch für die Stromerzeugung. Wir bauen, auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren japanischen Partnern und auf einen guten Start. Für die Planung eines Heizwerkes wurde die SEEGER ENGINEERING AG bereits beauftragt.




Die 200 MW installierte elektrische Leistung sind ...
Biomasse-Heizwerk Vác (Ungarn)
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